Sonntag, 1. August 2010

Chile - Piscola und Choripan

... zu Anfang gleich mal die Auflösung: Choripan = Chorizo + Pan (Bratwurst im Brötchen) und Piscola = Pisco+Cola


Von beidem, also von Grillen und Nachtleben waren meine 5 Tage Chile geprägt. Äußerst angenehm war die Tatsache, dass ich mit Thomas einen begeisterten lokalen Guide und Partyoperator hatte. Thomas ist einer meiner künftigen Mitbewohner in Barcelona und von Hause aus Chilene. In Thomas Wohnung konnte ich mich freundlicherweise 5 Tage nieder lassen. Während Thomas nebenbei seinen halben Hausstand verkaufte (Herd, Heizung, etc.), klapperten wir die touristischen Highlights von Santiago ab, machten eine Tour auf ein Weingut, fuhren nach Valparaiso, und trafen jede Menge Freunde und Verwandte von Thomas, mit denen meistens gegrillt wurde, um dann nach einigen Piscola in den Club umzuschwenken. Wichtiger kultureller Unterschied beim Grillen: In Chile wird stets ein möglichst grosses Stück Fleisch auf den Grill gelegt, wahlweise auchmal ein ganzes Hähnchen. Alles, was fertig ist, wird vom Gastgeber in kleine Häppchen gesäbelt, und dann der gesamten Partygesellschaft als Fingerfood gereicht. Hervorragende Sache, so kann man mehr verschiedene Sachen probieren, und der Grillabend ist sehr sozial und kommunikativ.

Tatsächlich haben wir aber in Chile nicht nur gegrillt, sondern auch eine ganze Menge gesehen!

Hier einige Eindrücke aus Santiago de Chile. Riesengroße Stadt, in der ca. 1/3 aller Chilenen wohnt, 2/3 der Clubs aus der 1. Fußball-Liga angesiedelt sind, und 8 von 10 Clubs der 1. Hockeyliga (wie mir einer der diesjährigen Hockey-Champions auf dem Jungle-Trail in Peru erzählte (aber das ist eine andere Geschichte))












































































































Am zweiten Tag waren wir auf Weintour unterwegs, im malerischen Weinviertel Aconcagua. Hier bekamen wir eine Führung auf dem Weingut Santa Helena, natürlich auch mit einem Tasting, der Cabernet Sauvignon und ein Blend aus Cabernet und Carménère blieben mir besonders in Erinnerung. Carménère wächst offensichtlich nur noch in Chile, weil die Art Wein in Europa mal von einer bestimmten Schädlingsart ziemlich vernichtet wurde. Achja, und in Chile können die Rebstöcke noch direkt eingepflanzt werden, und müssen nicht auf Unterlagsreben gepfropft werden, weil die chilenischen Reben resistenter gegen Rebläuse sind :-) Aber genug Halbwissen, Bilder:






















































Highlight der 5 Tage in Chile war allerdings unser Ausflug nach Valparaíso und Viña del Mar. Schön wieder in Thomas Fiat (den er natürlich auch gerade verkauf), Paul Kalkbrenner auf die Boxen und ab geht das.
In Valparaiso hatten wir uns in einem symphatischen Hippie-Hostel eingemietet. Nach einem ersten Rundgang mit beindruckender Aussicht stärkten wir uns mit einem lecker Abendessen (mmhh, Thunfischsteak) und fuhren dann rüber nach Viña, Nachbarort ohne erkennbare Stadtgrenze, wo wir einen Cousin von Thomas und einige Freunde in deren Ferienhaus trafen. Ich schlug mein in Iguassu gelerntes Spiel "Fingers" vor, und das wurde ganz positiv aufgenommen. Zum Glück hatte ich auch noch etwas von dem Brasilianischen "Ipioca" dabei, den nie jemand zu mögen scheint, und der daher eine prima Strafe beim Fingers ist :-) Danach Szenenwechsel in den Club. Am nächsten Tagen standen wir früh auf, denn wir wollten ja in den "Desayunador" zum Frühstücken, und vor allem Valparaiso entdecken. Super beindruckende Standt, rund um die Bucht an einen Hang gebaut, viele bunt bemalte Häuser, und vor allem über 100 "Fahrstühle" aus dem 19. Jahrhundert, die an Kettenzügen schräg den Hang hochfahren. Hat was von Jules Verne, in so einer holzvertäfelten Maschine zu stehen... Highlight war auf jeden Fall das Haus von Pablo Neruda. Dieser Mann, Dichterlegende aus Chile, hatte wohl ein Faible für Schiffe, also hatte er auch sein Haus so gebaut. Das Haus verfügt über die beste Aussicht von Valparaiso, sieht von aussen vage so aus wie ein Schiff und von innen aber ganz deutlich. Ausserdem hatte er einen Sammeltick für die verschiedensten Objekte, z.B. Türen mit Glasfenstern, die im ganzen Haus verbaut waren. Natürlich erfuhren wir auch viel über sein Werk und sein Leben. Faszinierender Mensch, muss ich unbedingt mehr von Lesen. Aber jetzt vor allem Mal ein paar Bilder.



































































































































































Alles in allem ein hervorragende Zeit in Chile. Und das Beste, der gute Thomas wird mir auch in Barcelona komplett erhalten bleiben! Nach Bolivien hatte ich natürlich wieder einen Morgen-Flug. Diesmal war allerdings nichts mit "Früh ins Bett". Thomas beschloss nämlich einfach mal, dass Durchmachen sinnvoller wäre, schließlich gab wieder Piscola und Choripan...

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